KG Dickenberg e.V.
KG Dickenberg e.V.

Chronik der Karnevalsgemeinschaft Dickenberg            von Aloys Hövermann

Über 50 Jahre Karneval auf dem Dickenberg. Für die einen eine sehr lange Zeit und für andere, besonders für diejenigen, die die Anfänge hautnah miterlebt haben eine sehr kurze Zeit.

Will man über die letzten  mehr als 50 Jahre, mit den Rosenmontagsumzügen und den vielen Galasitzungen Rückschau halten, fängt man am besten ganz vorne an.

Auf dem dünn besiedelten Dickenberg  sprang der karnevalistische Funke 1951 über, als unten „im Tal“ die Karnevalsumzüge sang- und klanglos eingingen. Hier auf dem Dickenberg waren es bis dahin mehr oder weniger Einzelaktionen gewesen,. Man schmückte einen Wagen und zog damit am Rosenmontag durch die Ortschaft.

Im  Herbst 1951 setzten sich dann mehrere Akteure aus den Fastnachten Dickenberg 1  und 2 zusammen und beschlossen, dem Narrentreiben auf dem Dickenberg mehr Nahrung zu verschaffen. Am 17.02.1952 gründeten diese Karnevalisten die Karnevalsgemeinschaft Dickenberg und wählten den 1. Prinzen (Engelbert Lasotta), den Vorstand und den obligatorischen Elferrat. 1. Vorsitzender wurde Gustav Brokmann, Präsident der ersten Stunde Fritz Bechtloff, der nicht nur diese schwere Bürde 28 Jahre trug, sondern außerdem während dieser Zeit viele Jahre als 1. Vorsitzender fungierte und als Prinz proklamiert wurde. Das er durch und durch Karnevalist ist, der Verantwortung trägt, zeigt  das er nicht nur Führungsarbeit übernahm, sondern auch sehr oft selbst  „in die Bütt“ stieg und 1987 nochmals zum Prinz gewählt wurde.

Sehr genau nahm man es bei diesen Prinzenwahlen und Versammlungen, wie in alten Dokumenten belegt ist. Nicht nur die Anzugsordnung des Elferrats und des Vorstandes wurden festgelegt, sondern auch die Festumzugsstrecke und wer das Risiko des Zelt ausleihen übernimmt. Das Aufbauen  des Zeltes, wo nach den Rosenmontagsumzügen das närrische Treiben stattfand, übernahmen die Dickenberg-Karnevalisten selbst und da sich die Feierlichkeiten im Zelt bei nicht gerade angenehmen Temperaturen abspielten froren manchmal die Gläser an der Theke fest, oder man konnte das Zelt trockenen Fußes nur schwer erreichen. In der Versammlungsniederschrift vom 07.11.1954 ist zu lesen: „Die fröhliche Narrengemeinde feierte bis in die späte Nacht, während es draußen ununterbrochen regnete“.

Die Eintrittspreise waren an die Teilnahme beim Umzug geknüpft. So zahlten zum Beispiel 1952 Umzugsteilnehmer 0,50 DM und alle anderen 1,- DM Eintritt.

Der erste Rosenmontagsumzug wurde 1952 zusammengestellt und bis 1958 schmückte, dekorierte und beschriftete man alljährlich bis zu 10 Narrenwagen, die dann von den Zeugen der Narretei, die vielen lustigen und klatschenden Zuschauer, bestaunt wurden. Begleitet und unterstützt von Blas- und Knüppelmusik (Spielmannszüge) der Feuerwehrkapelle Riesenbeck, Spielmannszug Recke-Espel oder des Spielmannzuges vom Schützenverein Dickenberg zog der närrische Zug durch die Straßen vom Dickenberg.

Da die damalige Bundesstraße 65  Hauptsammelpunkt war und der Straßenverkehr stark behindert wurde, war ab 1959 die Sicherheit nicht mehr gegeben. So jedenfalls formulierte es die Genehmigungsbehörde in Ibbenbüren. Der Rosenmontagszug war somit gestorben, den Schwerpunkt legte man ab jetzt auf die innerräumlichen Veranstaltungen, man stieg um vom Wagen in die „Bütt“. Wegen fehlender Räumlichkeiten auf dem Dickenberg wurde ab 1959, als Ersatz für Rosenmontagsumzüge, Galasitzungen im Saal Kreuzmann in Püsselbüren abgehalten. Hierfür war natürlich ein Riesenaufwand erforderlich, um den Saal karnevalistisch herzurichten. Herbert Paschke mit seinen Helfern braucht jedes Jahr jeweils 3 Tage, um den Saal Kreuzmann und ab 1966 den Saal Antrup mit bis zu 2000 Metern (richtig gelesen 2 km) bunte Papierstreifen, 20 Pakete Luftschlangen und 300 Meter Draht fachgerecht herzurichten und in eine Narrenhochburg zu verwandeln. Herbert fertigte alle Plakate von Hand an, malte und dekorierte, bis alles zu einer festlichen, karnevalistischen Narrenburg hergerichtet war.

Die Galasitzungen waren früher und sind heute mit einem bunten Programm von Büttenreden, Karnevalsliedern, Tänzen und Musikkapellen bereichert. Viele befreundete, auswärtige Karnevalsvereine oder Karnevalsgesellschaften wurden eingeladen und die KGD war Gast  bei vielen auswärtigen Galasitzungen. In den Anfangsjahren zählten hierzu die „Blauen Funken“ aus Osnabrück-Eversburg, der Karnevalsverein Osnabrück-Atter, und die Karnevalsgesellschaft aus Hellendorn-Nijverdal (Holland, Partnerstadt von Ibbenbüren). In späteren Jahren war es Bevergern, Mettingen und Obersteinbeck.

Bei der KGD war 1957 die Emanzipation bereits soweit fortgeschritten, dass die Damen und Herren gleichwertig angesehen wurden und man gründete einen Damenelferrat. Hierzu heißt es in der Versammlungsniederschrift vom 29.01.1957: „Die Gründung des Damenelferrates wird im allgemeinen begrüßt und mit 400 DM aus der Kasse, für angemessene Bekleidung bezuschusst“. 1. Präsidentin des Damenelferrates war Auguste Merge. Natürlich hatte diese Damenmannschaft auch ein eigenes Fest und einen eigenen Wagen bei den Rosenmontagsumzügen.

Im Oktober jeden Jahres -früher wie heute- wird der Prinz gewählt. In den Anfangsjahren erfolgte die Wahl des Prinzen im ausgeräumten alten Saal Trautvetter (Pächter der Gaststätte Heitkamp, ab 1955 war Wilhelm Antrup Betreiber und Eigentümer) und am gleichen Tag fand die Proklamation (Prinzeneinführung) statt.

Eine am 04.11.1956 vorgesehene Prinzeneinführung fiel wegen der Ereignisse in Ungarn („Prager Frühling“) aus und wurde am 06.01.1957 nachgeholt. Ähnliches widerfuhr dem späteren Kinderprinzenpaar Maik Hövermann und Martina Pelster 1991, da die Kindersitzung wegen des „Golfkrieges“ nicht stattfand (konnte leider nicht nachgeholt werden).

Das die Dickenberger Karnevalisten auch schon damals einen eigenen Schlager angestimmt haben, ist natürlich eine Selbstverständlichkeit. Das „Dickenberger  Helau“  von Herbert Kühne aus dem JKahre 1954 ist auch auf dieser Interseite nachzulesen.

Die Mitgliederzahl schnellte in die Höhe. Waren es in den Anfängen ca. 50 Personen, die als Mitglieder eingetragen waren, so hatte sich die 1972 auf 130 Personen vermehrt und heute sind es ca. 170 Mitglieder.

Seit 1975 gehört zum Jahresprogramm der KGD auch der karnevalistische Auftritt in einer kreativen Einrichtung des „Roten Kreuzes“. Heute sind es die „Ledder Werkstätten“. Eine Abordnung mit Prinz, Prinzessin und Präsident erfreuen hierbei jedes Jahr eine große Zahl von behinderten Menschen.

Am 06.11.1976 feierten die Dickenberger Karnevalisten ihr 25-jähriges Bestehen. Alle ehemaligen Prinzenpaare der verflossenen 25 Jahre erhielten einen Blumenstrauß und 3 Mitbegründer der KGD – Otto Bauschulte, Herbert Paschke und Präsident Fritz Bechtloff, der „Macher“ der Narretei- wurden für besondere Verdienste geehrt und erhielten einen „Buddel“. Die im Frühjahr 1977 folgende Galasitzung wurde von der Zeitung (IvZ) wie folgt beschrieben: „Es wurde ein Programm bei Antrup abgespult, das viel Begeisterung auslöste. Die Rigolettas aus Lengerich begleiteten die Sängerinnen und Sänger, Prinz Heinrich der I. stieg alleine 3x in die Bütt. Mit von der närrischen Partie Erdmute aus Atter, natürlich Fritz Bechtloff, Adelheid und Erika, die Mergenwichter, die drei Schützen vom Schützenverein Glücksburg-Bockraden, Horst Alrotz und die Kötterbortjes aus dem Niederländischen Nijverdal und der Karel Gott aus Püsselbüren (Rudi Dinkun), der mit seinen Liedervorträgen sein Publikum hellauf begeisterte.“

Seit 1981 bestehen freundschaftliche Beziehungen zur Karnevalsgemeinschaft Bevergern die bei allen Galasitzungen der KGD vertreten sind. Was wäre der Dickenberger Karneval und die Galasitzung ohne die Tanzgarde „Rot Gold“ des SV-Dickenberg? 1978 hatte diese Tanzgruppe, die aus der Turnabteilung des SV-Dickenberg  entstanden ist, ihren ersten Auftritt bei der Galasitzung. Hannelore Holtkamp leitete diese Tanzgruppe 14 Jahre, die mit anspruchsvollen Showtänzen nicht nur in der Karnevalszeit, sondern das ganze Jahr hindurch die Zuschauer erfreuten. Lieh man sich das erste Kostüm noch vom Spielmannszug Hopsten, so wurden später eigene Tanzkleidungen entworfen und angefertigt. Wochenlanges Training und unermüdlicher Einsatz sind wichtig bis zur Vollendung und Perfektion der Tänze. Von 1992 bis 1998 waren für diese zeitintensiven Aufgaben Martina Brüggen und Bettina Niggemann und von 1998 bis heute Claudia Woitzel und Annette Reinke hierfür verantwortlich. Seit 2000 hat die KG eine neue Tanzgarde. Die 8 jungen Mädchen, mit dem wohlklingenden Namen „Die Crazy Girls“, hatten während dieser Galasitzung ihren ersten Auftritt als quirlige „Pippi Langstrümpfe“ und wurden mit tosendem Beifall belohnt.

Am 22.03.1980 war die Wachablösung an der Vereinsspitze. Fritz Bechtloff ging als Vorsitzender „von Bord“ und Erich Lutterbeck übernimmt diese verantwortungsvolle Vereinsarbeit. Ein Jahr zuvor hatte bereit Heinz Noll das Amt des Präsidenten übernommen. Der nächste Wechsel in der Vereinsführung vollzog sich am 05.04.1986. Reinhard Kühne als 1. Vorsitzender und Bruno Schulz als Präsident leiten die Narrengemeinde Dickenberg.

Am 04.04.1991 übernahm Norbert Wiederhake den Vorsitz und am 15.04.2000 wählten die Dickenberger Narren schliesslich Klaus Scholz zu ihrem 1. Vorsitzenden. Bruno Schulz wurde im Jahr 2002 von Johannes Bäumer abgelöst, und Klaus Pfeiffer  übernahm am 18.03.2006 die Amtsgeschäfte des 1. Vorsitzenden.

1994 bekam der seit 34 Jahren benutze Saal Antrup eine neue Bühne (natürlich in Eigenarbeit) und die 400 Narren bei den Galasitzungen gerieten aus dem Häuschen wenn „Mary und Gordy“ (alias Johannes Bäumer und Erich Wolff), Howard Carpendale (Johannes Bäumer), der Lokalmatador Andreas Hille und das Dickenberger Männerballett die Bühne betraten.

Eine Lachsalve folgte der anderen, wenn Margret Stremlau aus Westerkappeln, Kurt Lutz aus Hannover, Norbert Witte aus Osnabrück, oder „Bauer“ Hans Flormann aus Ochtrup mit seinem „Banküberfall“ mit humorvollen Büttenreden das närrische Publikum begeisterte und kein Auge trocken blieb.

Nicht zu vergessen die heimischen „Gesangskanonen“ Nicole Breulmann und Monika Dortmann, die in professioneller Manier bekannte Schlager und Karnevalslieder zum Besten brachten. Alle diese Künstler wurden und werden bei den Galasitzungen natürlich vom Zeremonienmeister  zur Bühne begleitet.

Jedes Jahr findet ein Maigang mit anschliessendem Grillen bzw. einem Schlemmermenü und einer großen Verlosung statt. Der jeweilige Festausschuss lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen und die aufwändige Arbeit wird von allen sehr geschätzt und mit grosser Beteiligung belohnt.

Am 25.09.1999 wurde die KGD in einem feierlichen Festakt im Westfälischen Karnevalsbund aufgenommen. Seit dem 31.05.1999 ist die KGD ein gemeinnütziger Verein. Hierfür war eine neue Satzung (Vereinssatzung) erforderlich.

 

 

 

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